Wie viel Taschengeld bekommt ein Kind

Taschengeld: Wie viel Kinder in welchem Alter bekommen sollten Teaser Es gibt

Es gibt kein Gesetz, das die Höhe des Taschengeldes vorschreibt. Eine Empfehlung bietet Eltern jedoch eine gute Orientierung. Sie reicht von 1 bis 2 Euro pro Woche für Vorschulkinder bis zu 60 Euro im Monat für 17-Jährige. In der Praxis erhalten viele Kinder allerdings weniger.

Taschengeld ist das erste eigene Budget eines Kindes. Gleichzeitig bietet es Eltern die Möglichkeit, den Umgang mit begrenztem Geld zu üben, ohne dass Fehler schwerwiegende Folgen haben. Wer mit zwölf Jahren sein Monatsgeld für Süßigkeiten ausgibt, hat zwar schlecht geplant, aber keinen großen finanziellen Schaden verursacht. Genau darin liegt der pädagogische Wert des Taschengeldes.

Die offiziellen Orientierungswerte

Die folgende Staffelung basiert auf einer Expertise des Deutschen Jugendinstituts aus dem Jahr 2025 und wird über das Familienportal des Bundes veröffentlicht. Die Beträge sind nicht verbindlich. Sie dienen als Orientierung und sollten an das Einkommen der Familie sowie an die Ausgaben des Kindes angepasst werden.

Alter Empfohlener Betrag Auszahlung
Unter 6 Jahre 1,00 bis 2,00 Euro pro Woche
6 bis 7 Jahre 2,00 bis 3,00 Euro pro Woche
8 bis 9 Jahre 3,00 bis 4,00 Euro pro Woche
10 bis 11 Jahre 15,00 bis 25,00 Euro pro Monat
12 bis 13 Jahre 20,00 bis 30,00 Euro pro Monat
14 bis 15 Jahre 25,00 bis 45,00 Euro pro Monat
16 bis 17 Jahre 40,00 bis 60,00 Euro pro Monat
Ab 18 Jahre 55,00 bis 75,00 Euro pro Monat

Die Beträge ab 16 Jahren gelten für Jugendliche, die wirtschaftlich noch vollständig von ihren Eltern abhängig sind, beispielsweise Schülerinnen und Schüler.

Wer es mit dem Taschengeld für Kinder je Alterstufe noch genauer Wissen will, wird hier auf www.mutter-kind-magazin.de fündig.

Ab wann ist Taschengeld sinnvoll?

Die Empfehlung lautet, spätestens mit der Einschulung zu beginnen. Bis ungefähr zum zehnten Lebensjahr fällt es vielen Kindern schwer, einen ganzen Monat finanziell zu planen. Deshalb ist eine wöchentliche Auszahlung zunächst sinnvoller.

Ein früherer Start ist ebenfalls möglich und in vielen Familien üblich. Rund 28,9 Prozent der Kinder erhalten bereits vor dem sechsten Lebensjahr Taschengeld. Bei Vorschulkindern geht es weniger um eigenständige Kaufentscheidungen. Im Vordergrund stehen das Ritual, ein eigenes Portemonnaie und die Erfahrung, dass Geld gegen Waren oder Dienstleistungen eingetauscht werden kann.

Soll und Ist: Viele Familien zahlen weniger

Eine repräsentative Umfrage unter 2.005 Eltern in Deutschland, die im Januar 2026 durchgeführt wurde, zeigt eine deutliche Lücke zwischen den Empfehlungen und der tatsächlichen Auszahlung. 62 Prozent der Eltern zahlen weniger Taschengeld als offiziell empfohlen.

Besonders groß ist die Abweichung bei den jüngeren Kindern. Bei den 6- bis 7-Jährigen liegen 74 Prozent unter dem empfohlenen Betrag. Für 8- bis 9-Jährige werden im Durchschnitt etwa 14 Euro im Monat empfohlen. Der am häufigsten genannte Betrag liegt jedoch bei 7,50 Euro und damit rund 46 Prozent darunter.

Bei den 10- bis 11-Jährigen zahlen 30 Prozent ebenfalls nur 7,50 Euro. Dieser Betrag liegt etwa 63 Prozent unter der Empfehlung von durchschnittlich 20 Euro.

Bemerkenswert ist auch die Einschätzung der Eltern. 55 Prozent halten die eigene Zahlung für durchschnittlich. Bei den 12- bis 13-Jährigen sind es sogar 61,5 Prozent, obwohl in dieser Altersgruppe 71,3 Prozent unter den empfohlenen Beträgen bleiben.

Viele Familien orientieren sich offenbar am Freundes- und Bekanntenkreis. Wenn dort eher niedrige Beträge gezahlt werden, werden diese schnell als normal wahrgenommen.

Wöchentlich, monatlich oder digital?

Der Auszahlungsrhythmus beeinflusst, was Kinder über den Umgang mit Geld lernen. Ab ungefähr zehn Jahren wird häufig von der wöchentlichen zur monatlichen Auszahlung gewechselt. Dadurch lernen Kinder, über einen längeren Zeitraum zu planen.

In der Praxis bleibt die wöchentliche Zahlung jedoch länger verbreitet. 44,4 Prozent aller Kinder erhalten ihr Taschengeld wöchentlich, 39 Prozent monatlich und 3,9 Prozent täglich.

Auch bei den 10- bis 11-Jährigen wird das Geld bei 55,8 Prozent noch wöchentlich ausgezahlt. Bei den 12- bis 13-Jährigen sind es 45,6 Prozent. Rund zehn Prozent der Eltern zahlen unregelmäßig. Bei Kindern unter sechs Jahren betrifft das fast jede fünfte Familie.

Bargeld oder Überweisung?

Bargeld ist weiterhin die häufigste Form der Auszahlung. 64,4 Prozent der Eltern geben das Taschengeld bar, 16,6 Prozent überweisen es auf ein Konto. Apps und digitale Kinderkarten erreichen zusammen nur 3,9 Prozent. Selbst bei den 16- bis 17-Jährigen liegt der Bargeldanteil noch bei 61,4 Prozent.

Für Kinder kann Bargeld einen wichtigen Vorteil haben. Die Ausgaben werden sichtbar und der verbleibende Betrag lässt sich direkt überprüfen. Bei einer Karte schrumpft das Guthaben dagegen häufig unauffällig.

Taschengeld und Budgetgeld nicht verwechseln

Neben dem frei verfügbaren Taschengeld empfiehlt das Deutsche Jugendinstitut ein separates Budgetgeld für fest vereinbarte Ausgaben. Dazu können beispielsweise Kleidung, Schulmaterial oder Handykosten gehören.

Der Unterschied ist wichtig:

  • Taschengeld steht dem Kind ohne Rechenschaftspflicht zur Verfügung. Es darf auch für Dinge ausgegeben werden, die Eltern unsinnig finden.
  • Budgetgeld ist zweckgebunden und wird gemeinsam geplant. Ist das Geld aufgebraucht, gibt es keine Nachzahlung.

Wer beide Formen miteinander vermischt, gerät schnell in Konflikte. Das Kind hat dann möglicherweise kein Geld mehr für persönliche Wünsche, gleichzeitig müssen aber noch vereinbarte Ausgaben bezahlt werden.

Fünf Regeln für einen guten Umgang mit Taschengeld

1. Einen festen Auszahlungstermin wählen

Taschengeld sollte regelmäßig und zuverlässig ausgezahlt werden. Ein fester Termin, etwa jeden Sonntag oder am ersten Tag des Monats, gibt Kindern Sicherheit. Der Zahltag sollte so verlässlich sein wie ein Gehaltstermin.

2. Taschengeld nicht an Leistungen koppeln

Weder gute Noten noch erledigte Hausarbeiten sollten über die Höhe des Taschengeldes entscheiden. Mithilfe im Haushalt gehört zum Familienalltag. Taschengeld ist dagegen ein Lernfeld für den Umgang mit Geld.

Wer beides miteinander verknüpft, macht aus Taschengeld eine Belohnung und aus Hausarbeit eine bezahlte Dienstleistung.

3. Keine Rückforderung und keine Vorschüsse

Ist das Geld ausgegeben, bleibt es ausgegeben. Ein Vorschuss auf die nächste Auszahlung nimmt Kindern die Erfahrung, dass ein Budget begrenzt ist.

Natürlich können Eltern in besonderen Situationen gemeinsam mit dem Kind eine Lösung suchen. Die regelmäßige Nachzahlung für spontane Fehlkäufe sollte jedoch vermieden werden.

4. Den Betrag mit dem Alter anpassen

Eine Erhöhung sollte sich am Alter und an den wachsenden Aufgaben des Kindes orientieren. Der Wechsel auf eine weiterführende Schule oder der Beginn der Pubertät können passende Zeitpunkte sein.

Weihnachten, gute Zeugnisse oder besonders gute Laune sind dagegen keine verlässlichen Maßstäbe für eine dauerhafte Erhöhung.

5. Offen über Geld sprechen

Kinder lernen den Umgang mit Geld nicht allein durch die Höhe des Taschengeldes. Entscheidend ist auch, was Eltern vorleben. Gespräche über Preise, Sparziele, Wünsche und Fehlkäufe helfen dabei, finanzielle Entscheidungen besser zu verstehen.

Fazit

Taschengeld sollte regelmäßig, verlässlich und ohne Leistungsdruck ausgezahlt werden. Die Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts bieten eine gute Orientierung, müssen aber an die jeweilige Familiensituation angepasst werden.

Für jüngere Kinder ist eine wöchentliche Auszahlung meist übersichtlicher. Ab etwa zehn Jahren kann ein monatlicher Betrag helfen, längere Zeiträume zu planen. Wichtig ist außerdem, frei verfügbares Taschengeld klar von zweckgebundenem Budgetgeld zu trennen. So lernen Kinder Schritt für Schritt, eigene Entscheidungen zu treffen und die Folgen ihres Umgangs mit Geld zu verstehen.

Wie viel Taschengeld bekommt ein Kind
Nach oben scrollen